Cloud-Souveränität
Die EU will im globalen Wettbewerb bestehen und die Mitgliedsstaaten autonom halten.
Deshalb soll die digitale Infrastruktur gestärkt werden. Die EU will bis 2030 mehr Cloud-Technologien nutzen. Es gibt Finanzierungsprogramme, die die Entwicklung von bestimmten Technologien und Lösungen vorantreiben sollen. Europäische Cloud-Anbieter sollen wachsen und besonders sichere Cloud-Dienste sollen für wichtige Anwendungen eingesetzt werden.
Es gibt nicht nur eine "souveräne Cloud", sondern verschiedene Lösungen, die unterschiedliche Kontrolle und Autonomie bieten. Welche Lösung die richtige ist, hängt davon ab, was man mit den Daten machen will, ob man sich an Regeln halten muss und wie flexibel die Technologie ist. Man kann daraus folgende Tipps für die Strategie ableiten:
(1) Zuerst müssen Sie festlegen, was Ihnen bei Datenhoheit, Kontrolle und Compliance wichtig ist. Erst dann können Sie eine Lösung auswählen. Es ist wichtig, die möglichen Risiken genau zu prüfen. Dabei muss man auch die Gesetze in anderen Ländern beachten.
(2) Denken Sie an das Ökosystem statt an nur einen Anbieter. Wenn man nicht will, dass der Anbieter die Daten nicht mehr weitergibt, sollte man auf verschiedene Clouds setzen. Dabei ist es am besten, wenn man dabei offene Standards und Technologien wie Kubernetes, Terraform und OPA benutzt.
(3) Zertifizierungen wie C5 und SecNumCloud sollten dabei helfen, die richtigen Produkte zu finden. Sie schaffen Vertrauen und erleichtern den Vergleich. Aber sie bieten keine Garantie gegen alle juristischen Risiken. Deshalb ist es wichtig, den Anbieter genau zu wählen.
(4) Unterstützung für Lösungen aus Europa. Wenn Sie zusammen mit europäischen Anbietern arbeiten wollen, dann wählen Sie welche, die sich auf die Einhaltung europäischer Werte und Gesetze spezialisiert haben. Das stärkt nicht nur unser eigenes Land, sondern auch ganz Europa.
(5) KI-Reallabor: Für bestimmte, manchmal sicherheitskritische Projekte im geplanten KI-Reallabor sind Plattformen wie z. B. DeployAI, die auf einer eigenen Infrastruktur basieren, der mögliche Weg, um Innovation und Sicherheit zu verbinden.
Die digitale Souveränität ist für Europa strategisch relevant. Es geht dabei um die Fähigkeit von Bürger:innen, Behörden und Unternehmen, in der digitalen Welt selbstbestimmt handeln zu können. Dieses Konzept geht über die Einhaltung von Datenschutzgesetzen hinaus und umfasst die Kontrolle über Daten, Anwendungen und die zugrunde liegenden Infrastrukturen. Dies schließt die technologische Unabhängigkeit von externen Einflüssen und verlässliche Betriebsmodelle ein.
Der Aufbau einer eigenen, robusten europäischen Cloud-Infrastruktur ist daher wichtig, um die Ziele der EU für eine "Digitale Dekade" zu erreichen.
Anlage: Bericht zur digitalen Souveränität in der europäischen Cloud-Infrastruktur, Armin Müller (CC-BY-SA-4.0)