Bundesländercheck KI-Strategien

Die Analyse des Stifterverbandes (7 Bundesländer: Kurzanalyse zu Aufbau und Inhalten der Länderstrategien zu Künstlicher Intelligenz, Oktober 2024) zeigt, dass die Ähnlichkeit zwischen den Länderstrategien relativ gering ist, während die Übereinstimmung mit der Bundesstrategie deutlich höher ausfällt, da diese die Themenvielfalt am stärksten abbildet. Eine zentrale Herausforderung bleibt die Zersplitterung im föderalen System, da bisher kaum gemeinsame Zielsetzungen oder Synergien bei Förderprogrammen zwischen den Ländern erkennbar sind (Quelle: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.)- Analyse.

In der Übersicht sind Angaben zu den 16 Bundesländern und dem Bund zusammengefasst (Stand 2025).

Die Analyse der KI-Strategien der deutschen Bundesländer verdeutlicht eine erhebliche Zersplitterung und mangelnde Kohärenz innerhalb des föderalen Systems,. Die fehlenden Übereinstimmungen lassen sich in folgende Bereiche unterteilen:

1. Inhaltliche und strukturelle Heterogenität

Die Strategien weisen große Unterschiede in Bezug auf ihren Detailgrad, den Kapitelaufbau und die verwendeten Elemente auf. Während einige Länder detaillierte Roadmaps, SWOT-Analysen oder Best-Practice-Beispiele integrieren, fehlen diese in anderen Dokumenten vollständig,. Auch die Tiefe der Ausarbeitung variiert stark zwischen den analysierten Ländern.

2. Geringe statistische Ähnlichkeit

Die quantitative Analyse mittels Natural Language Processing (NLP) zeigt, dass die Ähnlichkeit zwischen den KI-Strategien der Bundesländer insgesamt relativ gering ist.

  • Die Übereinstimmung der Länder untereinander ist deutlich schwächer ausgeprägt als die jeweilige Nähe zur Bundesstrategie,.

  • Die „Cosine Similarity Heatmap“ verdeutlicht, dass die Texte der Länder oft nur geringe Schnittmengen aufweisen (viele Werte liegen im Bereich von 0,16 bis 0,30), was auf sehr unterschiedliche Schwerpunktsetzungenhindeutet.

3. Fehlende gemeinsame Ziele und Synergien

Ein wesentliches Defizit ist das Fehlen einer abgestimmten Umsetzung:

  • Es gibt kaum gemeinsame Ziel- und Umsetzungsstrategienzwischen den einzelnen Bundesländern.
  • Dadurch sind bisher wenige Synergien bei der Gestaltung von Förderprogrammenerkennbar.
  • Es besteht die Gefahr, dass EU, Bund und Länder keine Rahmenbedingungen „aus einem Guss“ schaffen, sondern stattdessen widersprüchliche Schwerpunktesetzen.

4. Exklusive Themencluster

Einige Themen werden fast ausschließlich auf einer Ebene behandelt, was die fehlende inhaltliche Deckung unterstreicht:

  • Ressourceneffizienz & Nachhaltigkeit:Dieses Thema wird als wichtiger Anteil in den Länderstrategien identifiziert, findet sich jedoch nicht in der Bundesstrategie.
  • Teilhabe & Mitgestaltung:Dieses Cluster ist wiederum exklusiv in der Bundesstrategie enthalten und fehlt in den Strategiedokumenten der Länder,.

5. Unterschiedliche Prioritätensetzung

Die Schwerpunkte der Länder driften weit auseinander. Während beispielsweise Baden-Württemberg einen sehr hohen Anteil an Themen zum Einsatz von KI in der Wirtschaft hat, konzentriert sich Sachsen stark auf Kollaboration und digitalen Infrastrukturausbau, vernachlässigt dabei aber das Thema Geschäftsmodelle im Vergleich zu anderen Ländern deutlich,.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die föderale Struktur derzeit eher zu einer Fragmentierung der Ansätze führt, anstatt die Kräfte durch abgestimmte Innovationspolitik überregional zu bündeln


Vergleichende Übersicht 2025 zu Kollaboration, Bund-Länder-Abstimmung: Digitalstrategien, KI-Initiativen, Länderkooperation und Bund-Abstimmung (eigene Zusammenstellung anhand öffentlich zugänglicher Informationen)